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Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen
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AKZENTE AKTUELL 
Coronavirus - Stadt Duisburg erlässt neue Regelungen
Alle städtischen Akzente-Veranstaltungen abgesagt - Zunehmend sagen auch nichstädtische Akzente-Veranstalter ab
Die Stadt Duisburg wird dem Appell der Bundeskanzlerin Angela Merkel folgen und alle eigenen Veranstaltungen - unabhängig von der Besucherzahl - absagen. Diese Maßnahme ist wichtig, um die Ausbreitung des Corona Virus zu verlangsamen. Vor diesem Hintergrund werden auch Fremdveranstaltungen oberhalb von 200 Besuchern untersagt. 
Oberbürgermeister Sören Link appelliert eindringlich an die Landesregierung, den Kommunen eindeutige rechtliche Vorgaben zu machen. Dies gilt insbesondere für die Kinderbetreuunggsangebote und Schulen. „Mich erreichen zahlreiche Fragen von besorgten Eltern. Den Menschen fehlen klare Entscheidungen. Nur, wenn wir diese haben, können wir alle damit beginnen, den Alltag neu zu organisieren“, so Link.
Inzwischen haben sagen auch nichtstädtische-Veranstalter Akzente-Beiträge ab. Hier eine Liste der Absagen (wird laufend ergänzt):
AUFGRUND DER MOMENTANEN ENTWICKLUNG UND DER WEITEREN AUSBREITUNG DES CORONAVIRUS SARS-COV-2 BLEIBT DAS LEHMBRUCK MUSEUM AB SAMSTAG, DEN 14. MÄRZ, ZUNÄCHST BIS ZUM 19. APRIL GESCHLOSSEN.
- das Kultur- und Stadthistorische Museum bleibt zunächst bis zum 21. April geschlossen. Auch das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt sowie die Stadtbibliothek und die Volkshochschule mit allen Außenstellen sind ab Montag, 16. März geschlossen.
- Mercators Nachbarn: Die Rundgänge "Glück gehabt!" zum Krekelentag am 14.3. und 14 und 18 Uhr
- Theatergruppe "Die Freischaufler": Die Aufführungen von "Glücksforscher" am 19., 20. und 22.03.20
- Institut für Pianistik: Das Treppenhauskonzert "Wir drucken das Glück" am 20.3.
- Kreativquartier Ruhrort: Die Lesung "Vom Glück des Scheiterns" am19.3. 

Akzente-Theatertreffen: Weitere Absagen
Die Vorstellungen im Großen Haus EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Staatsschauspiel Dresden) 21.03./22.03. und KLASSE GLÜCK (Theater Strahl Berlin) 26.3./27.3 entfallen. 
Mehr: www.theater-duisburg.de und www.facebook.com/TheaterDu 

Lesung von Andreas Lukoschik abgesagt 
Die Lesung „Ist das Schiff schon mal untergegangen?“ am Freitag, 13.03. im „Stadtfenster“ fällt aus. Der Autor Andreas Lukoschik hat abgesagt. Bereits gekaufte Karten können während der Öffnungszeiten an der Information im Erdgeschoss des Stadtfensters zurückgegeben werden.
www.stadtbibliothek-duisburg.de 

Absage Gastspiel "Panikherz" für das kommende Wochenende
In Anbetracht der aktuellen Entwicklung des Corona-Virus in Deutschland haben das Theater Duisburg und das Berliner Ensemble in enger Abstimmung entschieden, das für den 14. und 15. März im Großen Haus geplante Gastspiel „Panikherz“ in die nächste Spielzeit zu verschieben.
„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, so Intendant Michael Steindl. „Vor dem Hintergrund, dass die großen Theater in Berlin bereits geschlossen sind und von Reisen nach NRW abgeraten wird, stand das Gastspiel aber zunehmend unter einem schlechten Stern. Wir sind wild entschlossen einen Ersatztermin in der nächsten Spielzeit zu finden, damit dieser besondere Theaterabend, auf den wir uns und viele andere sich gefreut haben, hier nach Duisburg kommt..“ 
Die Karten der „Panikherz“-Vorstellungen werden automatisch storniert und das Eintrittsgeld erstattet. Falls von Seiten des Theaters aus Rückfragen zur Rückzahlung bestehen, meldet sich die Theaterkasse bei den betreffenden Kundinnen und Kunden. Anonymkäufer am Schalter bittet das Theater Duisburg, mit der Theaterkasse Kontakt aufzunehmen. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten eine automatische Rücküberweisung in Höhe des anteiligen rabattierten Vorstellungswertes. Bei der Bearbeitung und Rücküberweisung bittet das Theater Duisburg die Kundinnen und Kunden um Geduld. 

Folkwang-Uni sagt Konzerte ab
Die Folkwang Universität hat mitgeteilt, dass sie alle öffentlichen Veranstaltungen absagt. Damit fallen auch die Konzerte im Rahmen der 41. Duisburger Akzente „Glück im Unglück I“ und „Glück im Unglück II“ am 14. März aus. 

Blunz’n’Flönz ohne Boxgalopp 
Die „Blunz“-Hälfte der Veranstaltung, das Bamberger Musikkonglomerat „Boxgalopp“, hat sich entschieden, die Veranstaltung abzusagen. So wird die „Schäng Blasius Flönz Rakete“ das Konzert am Freitag 13. März, um 19:30 im Internationalen Zentrum allein bestreiten. 
Zur Veranstaltung 

Zusatztermin bei Mercators Nachbarn 
Die Historikerinitiative „Mercators Nachbarn“ bietet für seinen Rundgang „Glück gehabt!“ einen zusätzlichen Termin am Samstag 14.3. um 14 Uhr an. Thema ist der fehlgeschlagene Angriff des Kölner Erzbischofs auf Duisburg im Jahr 1445 und der sich darauf gründende Brauch des „Krekelentages“. Diese Krekelen (kleine süße Brezeln) gibt es am Ende des Rundgangs. 
Zur Veranstaltung 

 

41. Duisburger Akzente

GLÜCK

07. März bis 29. märz 2020

Wenn ich mir was wünschen dürfte
Möchte ich etwas glücklich sein
Denn wenn ich gar zu glücklich wär'
Hätt' ich Heimweh nach dem Traurigsein

Text und Musik: Friedrich Hollaender

Das Glück ist allgegenwärtig. In zahlreichen Redewendungen und Begriffen wie Glücksritter oder Glückskeks, Glücksbringer und stilles Glück nimmt die Alltagssprache das Thema auf. Fast unübersehbar ist Menge der Ratgeber zum Thema „Glück“ auf dem Buchmarkt und die Wissenschaft untersucht in der „Glücksforschung“ persönliche Glückserlebnisse, ihre Begleitumstände und Regeln. Am 28. Juni 2012 hat die UN-Hauptversammlung den 20. März zum Weltglückstag erklärt. Philosophien und Religionen suchen seit der Antike Wege zum Glück. Oder ist das Glück letztlich doch nur eine Frage der Biochemie und des Hormons Dopamin?

Friedrich Engels, der Unternehmer und Sozialist aus Wuppertal, gab 1868 auf die Frage nach dem höchsten Glück eine kurze Antwort: „Chateau Margaux 1848“. Den Deutschen unserer Zeit steht der Sinn allerdings nicht nach einem alten Rotwein aus Bordeaux, sondern nach wesentlich bodenständigeren Werten. In einer Umfrage des SINUS-Instituts zum Weltglückstag nannten 51 Prozent Gesundheit, 32 Prozent eine gute Partnerschaft, 31 Prozent eine intakte Familie und 25 Prozent ausreichend Geld als Schlüssel zum Glück.

Versteht man unter Glück etwas anderes als nur das unerwartete, zufällige Eintreten eines Ereignisse – etwa eine überraschende Begegnung, die unerwartete Wendung oder gar der Lottogewinn – so ist Glück ein vielschichtiger Begriff, der eine Bandbreite vom kurzen, ekstatischen Moment über weltumarmende Seligkeit bis hin zu einem länger anhaltenden, friedvollen Gefühl beinhalten kann.
Antike Philosophen wie Sokrates und Platon verknüpften das Glück mit einer vernünftigen, tugendhaften Lebensführung, die der Gerechtigkeit verpflichtet ist. Die erste umfassende Glückstheorie hat Aristoteles entwickelt. In Übereinstimmung mit sich selber zu sein und ein Leben lang tätig zu bleiben, sieht er als Schlüssel zu einer gelungenen Lebensführung. Zählte bei Aristoteles durchaus ein gewisses Maß an materiellen Gütern dazu, so hielten die Stoiker gerade den Besitz für nicht zuverlässig und sahen in der Selbstgenügsamkeit den größten Reichtum.

Glück manifestiert sich offenbar in einem Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft, Augenblick und Dauer. Heute scheinen gerade die kurzfristigen Glückserwartungen und -versprechen Konjunktur zu haben. Die Möglichkeiten, Glücksmomente zu erfahren scheinen unendlich: Sport, Musik, Sex, Natur, Kunst, Genuss und auch Konsum sind nur einige der Möglichkeiten. Ein solches Hochgefühl mag Friedrich Engels durch die Wucht der Aromen, Geschmäcker und vielleicht persönlichen Assoziationen erlebt haben, als er den seltenen Rotwein genoss. Doch kann Glück von Dauer sein und wie erkennt man es überhaupt?

Fest steht, dass man Glück oft erst dann erkennt, wenn es nicht mehr da ist. „Das Glück is a Vogerl“ heißt es in einem Wienerlied. Es ist flüchtig und muss ergriffen werden. In Neugier, Offenheit und der Bereitschaft zu staunen sieht der Erfinder und Erfolgsautor Bernard Benson die notwendigen Voraussetzungen für das Glück und auch die Philosophin Prof. Renate Breuninger betont die Notwendigkeit eines „offenen Blicks“. Wie Breuninger weist auch ihr Kollege Wilhelm Schmid darauf hin, dass das Glück als momentanes Hochgefühl – er nennt es Wohlfühlglück – nie permanent sein könne. Wer dies erwartet, wird bitter enttäuscht und unglücklich, so Schmid in seinem 2007 erschienen Buch „Glück“. Er setzt dagegen auf ein „Glück der Fülle“, das auch Schmerz, Ärger oder Trauer akzeptiert. Das eingangs zitierte Chanson „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ von Friedrich Hollaender erscheint wie eine Vorwegnahme dieses Gedankens.

In der Biochemie des Menschen ist das Dopamin der entscheidende Botenstoff, der das Glücksgefühl vermittelt. Lässt sich dann vielleicht nicht mit entsprechender Dopamin-Zufuhr das Hochgefühl des Glücks erzwingen? Prof. Birgit Liss, hochdekorierte Grundlagenforscherin auf dem Gebiet der Biochemie winkt ab: „Anders als Tiere sind wir unseren Emotionen und Gelüsten nicht einfach ausgeliefert. Denn wir haben unser Vorderhirn, das es uns ermöglicht, mit unserem Verstand gegen Emotionen und Gelüste – also auch gegen Dopamin-Belohnung – zu handeln.“

Den 41. Duisburger Akzenten bleibt also nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach dem Glück zu machen und Glückversprechen oder -konzepte sowie eventuell auch ihr Scheitern in Theater, Literatur, Musik, Film oder in der Wissenschaft aufzuspüren.