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Akzente Aktuell

Förderanträge für Akzente 2020

Zu den 41. Duisburger Akzenten „GLÜCK“ möchte das Festivalbüro der Stadt Duisburg wieder Projekte von freien Kulturschaffenden der Region verwirklichen. Projektvorstellungen und Förderanträge können deshalb ab sofort bis zum 1. Oktober 2019 an das Festivalbüro geschickt werden.
Mehr zu diesem Thema unter FREIE SZENE und DOWNLOAD auf dieser Homepage.

41. Duisburger Akzente

GLÜCK

06. März bis 29. märz 2020

Wenn ich mir was wünschen dürfte
Möchte ich etwas glücklich sein
Denn wenn ich gar zu glücklich wär'
Hätt' ich Heimweh nach dem Traurigsein

Text und Musik: Friedrich Hollaender

Das Glück ist allgegenwärtig. In zahlreichen Redewendungen und Begriffen wie Glücksritter oder Glückskeks, Glücksbringer und stilles Glück nimmt die Alltagssprache das Thema auf. Fast unübersehbar ist Menge der Ratgeber zum Thema „Glück“ auf dem Buchmarkt und die Wissenschaft untersucht in der „Glücksforschung“ persönliche Glückserlebnisse, ihre Begleitumstände und Regeln. Am 28. Juni 2012 hat die UN-Hauptversammlung den 20. März zum Weltglückstag erklärt. Philosophien und Religionen suchen seit der Antike Wege zum Glück. Oder ist das Glück letztlich doch nur eine Frage der Biochemie und des Hormons Dopamin?

Friedrich Engels, der Unternehmer und Sozialist aus Wuppertal, gab 1868 auf die Frage nach dem höchsten Glück eine kurze Antwort: „Chateau Margaux 1848“. Den Deutschen unserer Zeit steht der Sinn allerdings nicht nach einem alten Rotwein aus Bordeaux, sondern nach wesentlich bodenständigeren Werten. In einer Umfrage des SINUS-Instituts zum Weltglückstag nannten 51 Prozent Gesundheit, 32 Prozent eine gute Partnerschaft, 31 Prozent eine intakte Familie und 25 Prozent ausreichend Geld als Schlüssel zum Glück.

Versteht man unter Glück etwas anderes als nur das unerwartete, zufällige Eintreten eines Ereignisse – etwa eine überraschende Begegnung, die unerwartete Wendung oder gar der Lottogewinn – so ist Glück ein vielschichtiger Begriff, der eine Bandbreite vom kurzen, ekstatischen Moment über weltumarmende Seligkeit bis hin zu einem länger anhaltenden, friedvollen Gefühl beinhalten kann.
Antike Philosophen wie Sokrates und Platon verknüpften das Glück mit einer vernünftigen, tugendhaften Lebensführung, die der Gerechtigkeit verpflichtet ist. Die erste umfassende Glückstheorie hat Aristoteles entwickelt. In Übereinstimmung mit sich selber zu sein und ein Leben lang tätig zu bleiben, sieht er als Schlüssel zu einer gelungenen Lebensführung. Zählte bei Aristoteles durchaus ein gewisses Maß an materiellen Gütern dazu, so hielten die Stoiker gerade den Besitz für nicht zuverlässig und sahen in der Selbstgenügsamkeit den größten Reichtum.

Glück manifestiert sich offenbar in einem Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft, Augenblick und Dauer. Heute scheinen gerade die kurzfristigen Glückserwartungen und -versprechen Konjunktur zu haben. Die Möglichkeiten, Glücksmomente zu erfahren scheinen unendlich: Sport, Musik, Sex, Natur, Kunst, Genuss und auch Konsum sind nur einige der Möglichkeiten. Ein solches Hochgefühl mag Friedrich Engels durch die Wucht der Aromen, Geschmäcker und vielleicht persönlichen Assoziationen erlebt haben, als er den seltenen Rotwein genoss. Doch kann Glück von Dauer sein und wie erkennt man es überhaupt?

Fest steht, dass man Glück oft erst dann erkennt, wenn es nicht mehr da ist. „Das Glück is a Vogerl“ heißt es in einem Wienerlied. Es ist flüchtig und muss ergriffen werden. In Neugier, Offenheit und der Bereitschaft zu staunen sieht der Erfinder und Erfolgsautor Bernard Benson die notwendigen Voraussetzungen für das Glück und auch die Philosophin Prof. Renate Breuninger betont die Notwendigkeit eines „offenen Blicks“. Wie Breuninger weist auch ihr Kollege Wilhelm Schmid darauf hin, dass das Glück als momentanes Hochgefühl – er nennt es Wohlfühlglück – nie permanent sein könne. Wer dies erwartet, wird bitter enttäuscht und unglücklich, so Schmid in seinem 2007 erschienen Buch „Glück“. Er setzt dagegen auf ein „Glück der Fülle“, das auch Schmerz, Ärger oder Trauer akzeptiert. Das eingangs zitierte Chanson „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ von Friedrich Hollaender erscheint wie eine Vorwegnahme dieses Gedankens.

In der Biochemie des Menschen ist das Dopamin der entscheidende Botenstoff, der das Glücksgefühl vermittelt. Lässt sich dann vielleicht nicht mit entsprechender Dopamin-Zufuhr das Hochgefühl des Glücks erzwingen? Prof. Birgit Liss, hochdekorierte Grundlagenforscherin auf dem Gebiet der Biochemie winkt ab: „Anders als Tiere sind wir unseren Emotionen und Gelüsten nicht einfach ausgeliefert. Denn wir haben unser Vorderhirn, das es uns ermöglicht, mit unserem Verstand gegen Emotionen und Gelüste – also auch gegen Dopamin-Belohnung – zu handeln.“

Den 41. Duisburger Akzenten bleibt also nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach dem Glück zu machen und Glückversprechen oder -konzepte sowie eventuell auch ihr Scheitern in Theater, Literatur, Musik, Film oder in der Wissenschaft aufzuspüren.