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Akzente Aktuell

Duisburger Akzente auch in der cubus kunsthalle

Die 40. Duisburger Akzente „UTOPIEN“ kooperieren mit der cubus kunsthalle. Vom 15. bis 31. März 2019 stellt die Galerie im Kantpark sowohl ihre Ausstellungsräume als auch den Veranstaltungssaal dem Kulturfestival zur Verfügung. Hier sollen vor allem Projekte aus dem Bereich der bildenden Kunst, aber auch andere Veranstaltungen der „freien Szene“ eine Heimat finden. Weitere Information bei Clemens Richert, 0203 283 62 314 oder c.richert@stadt-duisburg.de.

 

40. Duisburger Akzente

Utopien

16. März bis 7. April 2019

Als der englische Diplomat und Lordkanzler Thomas Morus 1516 seinen Roman „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia (Vom besten Zustand des Staates und der neuen Insel Utopia)“ veröffentlichte, hatte er die erste Vision einer gerechten Gesellschaftsordnung der Neuzeit entworfen und zugleich die politischen und ökonomischen Verhältnisse in seinem Heimatland kritisiert. Mit dem Titel seines fiktiven Reiseberichts führte er den Begriff der „Utopie“ in die Debatte um mögliche neue Gesellschaftsordnungen ein. Er ist dem Altgriechischen entlehnt und lässt sich mit „Nicht-Ort“ oder „Nirgendwo“ übersetzen.

Vorstellungen über eine „Neue Ordnung“, eine „Neue Gesellschaft“ oder den „Neuen Menschen“ gab es allerdings schon vor Thomas Morus. Ideen von einem neuen, anderen Leben sind Bestandteile von Mythen und Religionen. Auch christliche oder islamische Vorstellungen vom Himmel tragen einen utopischen Kern in sich. 
Lässt sich der christlichen Himmel letztlich nur durch Gottes Gnade erreichen, so entwickelte Platon bereits rund 400 Jahre vor dem Entstehen des Christentums in seiner Schrift „Politeia“ erstmals im Abendland Gedanken, wie man die Idee eines gerechten Staates aus dem Handeln der Menschen entwickeln könne. Eine neue Qualität gewannen Utopien im 19. Jahrhundert, als Frühsozialisten wie Charles Fourier begannen, politische Schritte für eine neue gerechtere Gesellschaft zu planen. Robert Owen gründete zuerst in Schottland – durchaus erfolgreich – eine Baumwollspinnerei als Musterbetrieb, die auf bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen seiner Arbeiter setzte. Sein größer angelegtes Experiment der genossenschaftlichen Gemeinschaft „New Harmony“ in Indiana (USA) ab 1825 scheiterte jedoch nach wenigen Jahren.

Als Gegenbild zu Ideen einer zukünftigen besseren oder gerechteren Gesellschaft haben sich mit der Industrialisierung auch zukunftspessimistische Szenarien oder „Dystopien“ im politischen, künstlerischen oder philosophischen Denken etabliert. Romane wie „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley und „1984“ von George Orwell oder Filme wie Fritz Langs „Metropolis“ gelten heute als Musterbeispiele solcher negativen Utopien.

Im alltäglichen Sprachgebrauch haben Utopien oder utopisches Denken nicht den allerbesten Ruf. Der Ausruf „Das ist ja utopisch“ bedeutet in der Regel, dass man an dieser Stelle nicht mehr weiter diskutieren will oder kann. Trotzdem haben Philosophen wie Ernst Bloch oder Theodor W. Adorno an der Notwendigkeit des utopischen Denkens festgehalten, sie sogar als zutiefst menschliche Eigenschaft gesehen, die in jeder Lebenslage einfach zum Menschen dazugehört.

Rund 500 Jahre nachdem Thomas Morus sein „Utopia“ veröffentlicht hat, wollen die 40. Duisburger Akzente über den Gehalt von Utopien diskutieren. Sie fragen nach der Sinnhaftigkeit solcher Zukunftsentwürfe, nicht zuletzt weil mit den politischen Umbrüchen von 1989 das Ende der Utopien postuliert wurde, u.a. von Joachim Fest, dem damaligen Mitherausgeber der FAZ, in seinem Essay „Vom Ende des utopischen Zeitalters“. In Beiträgen u.a. aus Theater, Literatur, bildender Kunst, Film und Musik werden die „Akzente“ nach der Widerspiegelung solcher Debatten in den Künsten fragen und zugleich untersuchen, inwieweit künstlerische Tätigkeit generell eine „utopische“ Qualität hat, da sie herkömmliche Handlungsweisen, vertraute Ästhetik und scheinbar selbstverständliche Blickwinkel infrage stellt.