Science-Fiction-Literatur in der DDR

Am Beispiel von Anna Seghers und Franz Fühmann / Referent: Dr. Daniel Hoffmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Science-Fiction-Literatur in der DDR

VHS im Stadtfenster


VORTRÄGE / DISKUSSIONEN / RUNDGÄNGE
Steinsche Gasse 26
47051 Duisburg
www.vhs-duisburg.de
Eintritt: 5 Euro

Donnerstag, 21.03. 18:30 Uhr

Seghers' (1900-1983) „Sagen von Unirdischen" und Fühmanns (1922-1984) „Saiäns-fiktschen-Erzählungen", Anfang der 1970er Jahre veröffentlicht, sind hochliterarische Beispiele für das Genre „Science Fiction" in der DDR. Seghers verlegt die Begegnung der Menschheit mit den Außerirdischen in die Zeit der Bauernkriege des 16. Jahrhunderts. Im außermenschlichen Erstaunen über den alltäglichen Krieg wird der Irrsinn des Krieges deutlich. Auf der anderen Seite erscheint die Kunst als Hoffnung einer Befriedung der Menschheit. Fühmann dagegen versucht im Entwurf einer irrealen Endzeit etwas zu Ende zu denken, was die technische Intelligenz der Menschheit im 20. Jahrhundert erst nur als Möglichkeit erdacht hat: die Aufhebung des chronologischen Ablaufs der Ereignisse. Die technische Intelligenz des Menschen überholt jede normierte gesellschaftliche Ordnung und führt ihre Regelhaftigkeit ad absurdum. Insofern sind Fühmanns Erzählungen auch Kritik am sozialistischen Ordnungswillen.